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Mettel, Michaela. "Der Ball als »cultural performance«: Kriterien einer methodologischen Analyse."

Mettel, Michaela. "Der Ball als »cultural performance«: Kriterien einer methodologischen Analyse." In Der Ball: Geselligkeit - Macht - Politik 1600-1900. 5. Symposion für Historischen Tanz, Burg Rothenfels am Main, 15.-19. Juni 2022. Tagungsband, edited by Uwe Schlottermüller, Howard Weiner and Maria Richter, 165-174. Freiburg: "fa-gisis" Musik- und Tanzedition, 2022.


Zum Inhalt:
Seit einigen Jahren wird das Konzept des Performativen, losgelöst vom reinen linguistischen Sprechakt, immer mehr in die geschichts- und kulturwissenschaftliche Methodik aufgenommen. Im Kontext dieser Methode zur Untersuchung menschlichen Verhaltens wird davon ausgegangen, dass jedes menschliche Handeln Perfomanz ist, also eine öffentliche Darstellung seiner selbst. Eng verbunden mit der Performanz ist die anthropologische Kategorie der Inszenierung, das in Erscheinung bringen von gesellschaftlichen oder kulturellen Phänomenen, die auf natürlichem Wege nicht zustande kämen.
Es erscheint im ersten Moment nicht ungewöhnlich, vom Ball als eigenständigen, performativen Akt oder einer Inszenierung zu sprechen. Jedoch geht dieser selbstverständlichen Annahme unweigerlich die Frage voraus: wie wird das Performative im Kontext des Balles konstruiert?
In der Geschichts- wie auch Kulturwissenschaft bietet sich im Phänomen des Balls ein weites Spektrum an Untersuchungsansätzen, die einen festen Kriterienkatalog zum einen aufzeigen und zum anderen die Möglichkeit bieten, aus anderen Bereichen theoretische Akzente in die Analyse einfließen zu lassen: Wie konstituiert sich der Ball selbst als kulturelles Phänomen? Welche politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und auch privaten Inszenierungen sind im Vorfeld planbar? Oder definieren sich diese erst durch den performativen Akt des Balles selbst? Welche Rolle können die einzelnen sozialen Akteure im Verlaufe einer Ballnacht spielen?
Diesen und weiteren Fragen nach den kulturwissenschaftlichen, anthropologischen oder auch soziologischen Prämissen soll in dem Artikel nachgegangen werden.

Abstract:
In the present article, the ball, uncoupled from a specific occasion, will be examined as a separate performative act. To be explored is the question of which methodological possibilities from the social and cultural science spectrum help to examine the ball as a cultural performance. Exemplary extrinsic factors are cited that provide a defining framework for the ball and characterize it as a social practice within courtly festive culture as part of a larger cultural performance. These are contrasted with intrinsic factors that constitute the ball as an autonomous performance, separate from a framing occasion, in order to highlight it as a discrete performative act. This includes methodologies and approaches such as social space theory and historical network analysis, which can develop from the performative processes of the participants of a ball. This offers approaches to be able to analyze the ball as a self-reliant cultural performance. The interdisciplinary approaches are explained without specific examples in order to serve as suggestions for further research.


Year of publication: 2022

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